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Donnerstag, 18. September 2014

18. September Ao. 1531

Des Dom-Capituls zu Magdeburg Schenckung einiger Cleinodien und Heyligthums an die Neue Stifftskirche zu Halle.



Schon Erzbischof Ernst plante die Errichtung eines Stifts in der Kapelle der Moritzburg, setzte den Plan aber nicht in die Tat um.

Sein Nachfolger Kardinal Albrecht griff den Gedanken wieder auf, hielt es aber für ungünstig, das Stift direkt in der Moritzburg aufzurichten. Die Festung wäre dadurch möglicherweise angreifbar geworden.

Also erwirkte er die Erlaubnis von Papst Leo X., das Neue Stift in ein beliebiges Kloster der Stadt zu verlegen, die Klöster einzuziehen und die Mönche zu versetzen. Daraufhin ließ er das Kloster zum Neuen Werck und die Ulrichkirche abbrechen und nutzte die Baumaterialien zum Bau seines Neuen Stiftes. Das Dominikanerkloster St. Pauli zum heiligen Kreuz bestimmte Kardinal Albrecht zum Standort des Chorherren-Stiftes und versetzte die Mönche in das Kloster St. Moritz.

Die Klosterkirche ließ Kardinal Albrecht zur Domkirche umbauen. 

Herren des Domkapitels zu Magdeburg schenken der Stiftskirche (heute Dom) zu Halle eine vergoldete Monstranz aus Silber, die das Wunderblut enthält und zwei vergoldete Leuchter aus Silber.
Der Brief des Domkapitels schließt jegliche Rückforderung der Geschenke aus.

Das Neue Stift, von Kardinal Albrecht am 28. Juni 1520 gegründet, war nach dem hohen Dom-Stift zu Magdeburg das ranghöchste Stift im Erzbistum Magdeburg und galt als Mutterkirche in Halle. Dem Stift wurden bis zu seinem Niedergang um 1541 zahlreiche Schätze und Ländereien geschenkt. Kardinal Albrecht hat bei seinem Rückzug nach Mainz im Jahre 1541 einen Großteil der beweglichen Schätze mitgenommen.

Dienstag, 22. Oktober 2013

22. October Ao. 1531

Des Abts und Convents des Closters Berge vor Magdeburg Donation eines silbernen Sarges voller Reliquien an den Cardinal Albrecht, und das Neue Stifft zu Halle.









Das Benediktiner-Kloster St. Johannes der Täufer auf dem Berge in der Nähe von Magdeburg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es wurde nachweislich bereits im Jahre 970 urkundlich erwähnt, jedoch schon eher gegründet.

In den Wirren der Reformation wurde dieses Kloster im Jahre 1524 zwischen Ostern und Pfingsten von aufständischen Magdeburgern geplündert und dabei ein silberner Sarg mit heiligen Gebeinen geraubt.
Kardinal Albrecht hatte als Erzbischof des Erzbistums Magdeburg dafür Sorge getragen, dass der Sarg zurück in geistlichen Besitz kommt und ihn für das Kloster aufbewahrt.

Aus Dankbarkeit dafür haben der Abt Heinrich, der Prior Arnold und das ganze Konvent den Sarg und dessen Inhalt an Kardinal Albrecht für sein Neues Stift in Halle geschenkt. Gleichzeitig wollte sich das Kloster dafür erkenntlich zeigen, dass Kardinal Albrecht das Kloster in seine althergebrachten Rechte wiedereinsetzte.

Montag, 23. September 2013

23. September Ao. 1531

Des Dom-Capituls zu Magdeburg Consens, daß das Einkommen des Closters zum Neuen Werck den Neuen Stifft zu Halle incorporirt werde.




Das Kloster zum Neuen Werck wurde von Erzbischof Adelgotus im Jahre 1116 gestiftet und mit Mönchen des Augustiner-Ordens besetzt. Im Laufe der Jahrhunderte gewann das Kloster großen Einfluss um Halle und gelangte durch Schenkungen und Käufe zu großem Reichtum. Seine Einkünfte sollen denen einer guten Grafschaft des Heiligen Römischen Reiches entsprochen haben.

Als Kardinal Albrecht beschlossen hatte, in der Stadt Halle ein Chorherren-Stift zu gründen, bat er sich vom Papst die Genehmigung aus, Klöster und Kirchen einzuziehen. Er erhielt die Erlaubnis und die Freiheit, sein Stift in einem der eingezogenen Klöster aufzurichten. Das Neue Stift ließ Kardinal Albrecht auf dem Grund des ehemaligen Dominikaner-Klosters bei der Neumühle errichten, zog aber dennoch Kloster Neuwerk mit all seinem beweglichen und unbeweglichen Vermögen ein und mehrte so den Reichtum seines Stifts.

Hier nun bestätigt das Domkapitel zu Magdeburg diesen Vorgang und spricht der Entscheidung Rechtskraft zu. Etwaige Rückforderungen (der Augustiner) wurden ausgeschlossen.