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Donnerstag, 24. April 2014

24. April Ao. 1269

Marggraff Theodorici zu Landsberg Schenckung 4 Hufen Landes zu Schnaßwitz, die Gebhard Edler Herr von Querfurt aufgelassen, an das Convent der Cläußner Augustiner-Ordens zu Giebichenstein.



Im Jahre 1213 hatte sich in Florenz ein Grüppchen von Kaufleuten der Welt abgewandt und beschlossen, sich in den Dienst der Heiligen Jungfrau Maria zu stellen. Der Bischof von Florenz erlaubte ihnen, den Tag Mariae Geburt zu feiern.
Seitdem werden sie Servi Mariae, Marienknechte oder Serviten, genannt.

Der Orden wurde in Jahre 1254 von Papst Alexander IV. bestätigt und 1304 von Papst Benedictus XI. den Regeln der Augustiner unterworfen.

Ein Marienknecht namens Bruder Friedrich hatte sich unterhalb der Burg Giebichenstein in einer Klause im Fels an der Saale Richtung Trotha niedergelassen. Erzbischof Albrecht II. hat ihm dazu im Jahre 1216 die Erlaubnis erteilt und ihm eine halbe Hufe Landes zugesprochen. Eine Kapelle wurde der Heiligen Jungfrau Maria und St. Jacob geweiht.
Außerdem wurde Bruder Friedrich und alle, die ihm folgen wollten, direkt dem Erzbischof unterstellt und erhielten sonst alle Freiheit von anderen weltlichen und geistlichen Herren. Zusätzlich wurde ihnen das Recht zugestanden, alle diejenigen, die ihr Begräbnis bei ihnen erwählen würden, unabhängig von den Pfarrrechten ihrer Heimatorte, auch begraben zu dürfen. Dazu wurde ihnen von Hermann von Giebichenstein ein Hof in Trotha geschenkt.

Der Bruder Friedrich erhielt sehr bald Gesellschaft von anderen Marienknechten und im Jahre 1239 übereignete Erzbischof Wilbrand ihnen den Berg über der Klause - die heutigen Klausberge - und einige andere Ländereien.

Auch in den Folgejahren wuchs der Besitz der Klaus-Brüder (wie sie sich zu der Zeit nannten) durch zahlreiche Schenkungen.

Markgraf Dietrich zu Landsberg schenkt ihnen nun am 24. April 1269 Landbesitz zu Schnaßwitz in der Nähe von Braschwitz.

Übrigens gesellte sich im Jahre 1274 Ulrich von Ammendorf zu den Klaus-Brüdern und brachte sein desolates Augustiner-Kloster zu Ammendorf in die Gemeinschaft ein. Es gefiel ihm aber zu Giebichenstein nicht recht und so verließ er die Brüder 1281 wieder und nahm natürlich seinen Besitz wieder mit.

Auch den anderen Klaus-Brüdern wurde es wohl zu eng in den Klausbergen. So erhielten sie im Jahre 1306 von Erzbischof Burchard II. die Erlaubnis, dicht vor der Stadt Halle neben dem Rabenstein am Oberen Galgtor ein Kloster zu erbauen.

Nunmehr als Marienknechte oder Serviten in Halle bekannt, zogen sie ein weiteres Mal um, nachdem ihnen ein reicher Edelmann namens Hagedorn ohne eigene Erben im Jahre 1339 seinen Hof in der Galgstraße hinterließ. Dort begannen sie im Jahre 1341 mit dem Bau ihres Klosters, das bis zur Reformation ihre endgültige Heimat werden sollte und dessen Klosterkirche wir heute noch als Ulrichkirche kennen.

Dienstag, 18. Februar 2014

18. Februar Ao. 1272

Marggraff Theodorici von Landsberg Vereignung vier und einer halben Hufen Landes zu Hohenthurm und einer Hufen zu Wedemar an das Jungfrauen-Closter zu S. Georg zu Glauche.



Das Zisterzienser-Nonnen-Kloster Marienkammer ist schon von Erzbischof Wichmann (1152 - 1192 im Amt) geplant worden, jedoch erst Erzbischof Albertus I. hat das Kloster im Jahre 1231 gestiftet und auf dem Platz des Rittersitzes Volrad erbauen lassen. Die zugehörige Pfarrkirche St. Georg zu Glaucha hatte er vom Kloster zum Neuen Werck durch Tausch erhalten.

Das Nonnenkloster existierte bis 1570, als es im Zuge der Reformation an den Rat der Stadt Halle übergeben wurde und das Hospital St. Cyriaci dorthin verlegt wurde.

Dem Kloster wurden viele Güter verkauft oder geschenkt und hier übereignet Markgraf Dietrich von Landsberg den Zisterzienserinnen einige Güter in Hohenthurm (heute Saalekreis) und Wiedemar (heute Landkreis Nordsachsen in Sachsen).

Dietrich von Landsberg aus dem Geschlecht der Wettiner war der zweite Sohn des Markgrafen Heinrichs III. von Meißen, auch Heinrich der Erlauchte genannt. Um seinem Sohn den begehrten Titel eines Markgrafen sichern zu können, spaltete Heinrich III. im Jahre 1261 einen Teil der Ostmark/ Lausitz ab und überließ Dietrich diese Gebiete als neu gegründete Markgrafschaft. Eigentlich hatte Heinrich III. hier rechtswidrig gehandelt, weil ihm solche Privilegien nicht zustanden. Da es aber zu jener Zeit keinen König oder Kaiser gab, blieb dieser Akt ohne Folgen.

Freitag, 14. Februar 2014

14. Februar Ao. 1281

Ertzbischoff Bernhards zu Magdeburg Pfand-Verschreibung der Müntzey, Zoll und Wegegelds zu Halle an den Rath daselbst vor 250 Marck Silbers, so er zu Einlösung des Schlosses Giebichenstein verwendet.



Wir befinden uns am Ende eines erbitterten Kampfes.

Der Markgraf von Brandenburg, Otto IV., der zusammen mit seinen Brüdern Johann II. und Konrad I. nach dem Tod des Vaters die Regierung der Mark Brandenburg übernommen hatte, wollte gern den Machtbereich der Markgrafen erweitern und seinen jüngeren Bruder Erich, der sich schon frühzeitig der geistlichen Laufbahn verschrieben hatte, zum Erzbischof von Magdeburg ernennen lassen. Dazu war ihm jedes Mittel recht.

Schon im Jahre 1277 nach dem Tod des Erzbischofs Konrad II. strebte Markgraf Otto IV. das begehrte Amt für seinen Bruder an, hatte jedoch keinen Erfolg. Günther I. von Schwalenberg wurde zum neuen Erzbischof ernannt.

Daraufhin überzog der Brandenburger das Erzbistum mit Krieg. Dem Erzbischof war dies zuwider und er trat schon ein Jahr später wieder von seinem Amt zurück. Nun wurde Bernhard von Wölpe vom Domkapitel zum Erzbischof bestimmt.

Den Brandenburgern gefiel natürlich auch diese Wahl nicht und die Kriegshandlungen gingen weiter. Schließlich mischte sich auch Dietrich von Landsberg, Schwager der Brandenburger Markgrafen, auf deren Seite in die Kämpfe ein und eroberte unter anderem die Burg Giebichenstein.

Die Burg Giebichenstein stellte eine der Residenzburgen der Erzbischöfe von Magdeburg dar. So blieb Erzbischof Bernhard nichts anderes übrig, als die Burg wieder an das Erzstift zu bringen. Zu diesem Zweck borgte er sich von der Stadt Halle 250 Marck Silber und gab dafür das Münzrecht, die Zölle und Wegegelder zum Pfand. Mit den 250 Marck Silber kaufte er von Markgraf Dietrich von Landsberg die Burg Giebichenstein zurück.

Übrigens trat auch Erzbischof Bernhard bald danach von seinem Amt zurück und endlich bekamen die Brandenburger ihren Willen und Erich wurde im Jahre 1283 als Erzbischof von Magdeburg eingesetzt.