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Donnerstag, 4. September 2014

04. September Ao. 1693

Privilegium über die Universitäts-Apothecke zum weißen Engel.



Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg erteilt dem ehemaligen kurpfälzischen Hof-Apotheker Johann Bernhard Hoffstädt das Privileg, in Halle unter der Jurisdiktion der Universität eine Apotheke anzulegen und zu halten.
Johann Bernhard Hoffstädt war vorher in Heidelberg tätig und von dort durch die französische Invasion vertrieben worden.

Dem Apotheker wird die Pflicht auferlegt, geeignetes Personal einzustellen und die Medikamente nach den ärztlichen Rezepturen zu fertigen. Verdächtige Sachen soll er nicht ohne Wissen der Ärzte verkaufen.
Gleichzeitig wird ihm Unterstützung und Schutz zugesichert.

Die Apotheke "Zum weißen Engel" wurde als Universitäts-Apotheke angelegt und dürfte der heutigen Engel-Apotheke am Kleinschmieden entsprechen.
Sie wurde nach Hoffstädts Tod von seinem Schwiegersohn, Dr. Coschwitz, übernommen. Nach dessen Tod übernahm wiederum der Schwiegersohn, Dr. Brockmann, die Apotheke.

Dr. Brockmann war auch als Stadtphysicus tätig, also der vom Stadtrat bestallte Arzt, den man mit unserem heutigen Amtsarzt im Gesundheitsamt vergleichen kann. Der Stadtphysicus war für die städtische Gesundheitsvorsorge und Hygiene zuständig und hatte die Aufsicht über die Apotheken sowie Hebammen, Bader und dergleichen. Außerdem nahm er die amtliche Totenschau vor und führte, wenn notwendig, Obduktionen durch.

Bis zum Jahr 1493 hatte es in Halle nicht eine einzige Apotheke gegeben. Medikamente wurden bis dahin von Barbieren, die gleichzeitig als Ärzte fungierten, ausgegeben oder von Krämern verkauft.
Im Jahre 1493 zieht Simon Puster nach Halle und bietet seine Dienste als Apotheker an, woraufhin ihm am 21. März Ao. 1493 das Privileg erteilt wird, eine Apotheke zu betreiben. Dies war die Ratsapotheke, die um 1665 geschlossen wurde.
Die zweite Apotheke in Halle war die "Zum blauen Hirsch", die im Jahre 1535 eröffnet wurde und noch heute als Marktapotheke vorhanden ist. Kardinal Albrecht verfügte damals mit dem Privileg gleichzeitig, dass in Halle auf ewige Zeiten nicht mehr als zwei Apotheken existieren sollten.
Diese ewigen Zeiten waren schon 20 Jahre später vorbei, als Wolff Holtzwirth die Löwenapotheke gründete, die wir auch heute noch kennen.

Mittwoch, 27. August 2014

27. August Ao. 1691

Churfürst Friedrich des dritten zu Brandenburg Rescript an die Magdeburgische Regierung, wegen Aufrichtung der Academie, und Bestellung auch Salarirung der Directorum und Professorum zu Halle.



Der magdeburgischen Regierung wird durch Kurfürst Friedrich III. angezeigt, welche Doktoren und Professoren in welche Fakultäten der Universität eingesetzt werden und wer wieviel Gehalt bekommen soll.
Dafür wurden insgesamt jährlich 2.400 Thaler verwendet.

Außerdem reguliert Friedrich III. die Stipendien, Praktika in den Amtsstuben und legt fest, dass Absolventen der Friedrichs-Universität bei der Besetzung von Stellen im Herzogtum Brandenburg-Preußen bevorzugt werden.

Für 10 arme Studenten werden jährlich insgesamt 500 Thaler als Stipendien vergeben.

Die Studenten dürfen bei allen Verhören und Verhandlungen der Regierung, der Kämmerei, dem Kirchengericht, des Schöppenstuhls, der Schulzengerichte, der Vormundschafts- und Amtsgerichte zu Giebichenstein anwesend sein. Außerdem dürfen sie an Beratungen im Rathaus und im Thalhaus teilnehmen. Die Studenten dürfen in den Schreibstuben zugegen sein, insbesondere bei Diktaten zuhören und zusätzlich ist ihnen Einsicht in die Schriftsätze in den Kabinetten und Sekretariaten zu gewähren.

Den Fakultäten werden Auditorii (Hörsäle) zugesprochen. Die theologische und philosophische Fakultät erhält "das beste Gemach auf der Bibliothec" (hier ist wohl die Marienbibliothek gemeint), die Juristen-Fakultät den "mittelsten Saal auf der Wage", die medizinische Fakultät die "Pfänner Convent-Stube", die mathematische Fakultät den "obersten Saal auf der Wage". Für gemeinsame Zusammenkünfte der Fakultäten ist die beste Stube auf der Waage vorgesehen.

Kurfürst Friedrich III. (ab 1701 König Friedrich I. in Preußen) erlässt diese Verordnung vorbehaltlich der Bestätigung durch Seine Kaiserliche Majestät Leopold I..

Freitag, 15. August 2014

15. August Ao. 1691

Vergleich zwischen denen von Kotzen und den Kirchen-Vorstehern U. L. Frauen Kirche zu Halle, wegen der Kotzischen Commenden, nebst Churfl. Brandenb. gnädigster Confirmation.



Die Marktkirche Unser Lieben Frauen ist ein Zusammenbau der beiden ursprünglichen Pfarrkirchen St. Maria (erbaut um 1275) und St. Gertrude (erbaut um 1295). Kardinal Albrecht hatte im Jahre 1529 angeordnet, die Marienkirche bis auf die Hausmannstürme abzureißen und mit der Gertrudenkirche zu verbinden.

Weit vor diesem Umbau der beiden Kirchen hatte die Witwe des Pfänners Peter Baldewin, Richardis, ihr Vermögen an ihre Verwandtschaft aus dem Hause von Kotze und von Northausen vererbt.
Daraufhin stifteten die Begünstigten einen Teil ihres Erbes an den Altar St. Catharina in der Kapelle St. Nicolai und darüber hinaus einen Altar St. Fabian & Sebastian in der Gertrudenkirche sowie einen Altar St. Catharina in der Marienkirche. Über diese Stiftungen gibt es Dokumente vom 21. Juli Ao. 1452.

Zu der Stiftung der Altäre in der Marien- und der Gertrudenkirche gehörten auch Einnahmen in Höhe von insgesamt 3 Pfannen Sole aus dem Deutschen Brunnen. Für dieses Geld wurden an den Altären regelmäßig Messen zu Ehren der Verstorbenen und für das Wohl der Stifter gelesen. Zusätzlich hatte sich die Familie von Kotze hier noch das Jus Patronatus (Kirchenpatronat) gesichert.

Das Kirchenpatronat (Jus oder Juris Patronatus) beinhaltete üblicherweise die Pflicht des Patrons, die Kirche(n) instandzuhalten und das Recht, neue Pfarrer vorzuschlagen bzw. ein Veto gegen bestimmte Personalien einzulegen. Die Ernennung der Amtsinhaber blieb jedoch immer noch dem Landesherrn überlassen.
Der Patron hatte meist auch für die Versorgung der Pfarrer aufzukommen.
Zusätzlich war mit dem Kirchenpatronat ein persönlicher Sitzplatz und das Begräbnisrecht in der jeweiligen Kirche verbunden.

Nach dem Zusammenbau beider Kirchen und der Reformation hatten die Herren von Kotze auch die beiden Stiftungen zusammengelegt, jedoch 20 Gulden davon abgezweigt, um Studenten mit einem Stipendium versorgen zu können. Diese Herabsetzung der Stiftung und zusätzlich die Ausübung des Kirchenpatronats hatte die Kirchenväter erheblich verstimmt. So beschwerten sich diese bei den offiziellen Kirchenvisitationen in den Jahren 1563, 1583 und erneut im Jahre 1642 bei den jeweils amtierenden Erzbischöfen bzw. Administratoren in Magdeburg. Diese Beschwerden scheinen ergebnislos geblieben zu sein.

Nun endlich, nachdem die Verträge des Westfälischen Friedensschlusses aus dem Jahre 1648 in Kraft getreten waren und das ehemalige Erzbistum Magdeburg ein brandenburgisches Herzogtum geworden war, nahm sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg der Angelegenheit an und verglich die Streithähne.

Am 15. August Ao. 1691 wurde also der Kompromiss geschlossen, dass die Einnahmen aus den 3 Pfannen Deutsch jährlich ohne Verzug dem Pfarrdiener ausgehändigt werden und dieser am Thomastag (21. Dezember) nach der Predigt öffentlich die Entgegennahme der Stiftung bekannt gibt und den Stiftern Dank ausspricht.
Die Zinsen jedoch - in Höhe von 20 Gulden jährlich - werden auch weiterhin ohne Verzug an die Stipendiaten gegeben.

Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg bestätigt die Wirksamkeit dieses Vergleichs am 24. Oktober Ao. 1691.

Dienstag, 1. Juli 2014

01. July Ao. 1694

Statuta der Friedrichs-Universität zu Halle, von Churfürst Friedrichs des dritten zu Brandenburg Churfürstliche Durchlaucht ertheilet.



Nachdem Kardinal Albrechts katholische Universität zu Halle nur von 1535 bis 1541 existierte und sich wegen der Verbreitung des evangelischen Glaubens nicht entfalten konnte, errichtete als nächstes ein Franzose namens Michel de Milié (auch la Fleur genannt) im Jahre 1680 eine Ritter-Akademie im Einsiedelischen Haus in der Großen Märkerstraße.

Auf der Grundlage dieser Ritter-Akademie und unter Förderung des Kurfürsten zu Brandenburg entstand nach und nach ein regelrechter Universitätsbetrieb.

Am 01. Juli Ao. 1694 weihte Kurfürst Friedrich III. (später Friedrich I. in Preußen) die Friedrichs-Universität zu Halle ein und erließ die erwähnten Statuten für die Fakultäten Theologie, Jura, Medizin und Philosophie.

Mittwoch, 21. Mai 2014

21. Mai Ao. 1689

Churfürst Friedrichs des Dritten zu Brandenburg Churfürstlicher Durchlaucht Einzug und eingenommene Huldigung von denen Ständen des Hertzogthums Magdeburg, zu Halle.



Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 wurde das Erzbistum Magdeburg dem Herzogtum Brandenburg-Preußen zugeschlagen. Es wurde allerdings zur Bedingung gemacht, dass das Erzbistum erst dann dem Herzogtum angegliedert wird, wenn der damalige Administrator des Erzstifts, Herzog August von Sachsen-Weißenfels, sein Amt abgibt. Herzog August von Sachsen-Weißenfels verstarb am 04. Juni Ao. 1680 und ebnete so die Sekularisierung des Herzogtums Magdeburg.

Der erste Landesherr des Herzogtums war Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Nach seinem Tod wurde sein Sohn Friedrich III. im Jahre 1688 als Kurfürst inthronisiert. Dieser nannte sich nach seiner Selbstkrönung im Jahre 1701 Friedrich I. in Preußen.

Kurfürst Friedrich III. zog am 18. Mai 1689, dem Vorabend des Pfingstfestes, in die Stadt Halle ein.
Am Pfingstdienstag, dem 21. Mai 1689 nahm er als Landesherr die Huldigung der Stände entgegen. An diesem Tag fand auch der traditionelle Bornritt der Halloren statt.
Danach verlas Geheimsekretär Budendach den Huldigungseid, der von dem versammelten Volk nachgesprochen wurde.
Der Kurfürst und sein Gefolge verließen Halle am Donnerstag, dem 23. Mai 1689 wieder und zogen weiter nach Cleve.

Samstag, 19. Oktober 2013

19. October Ao. 1693

Kaysers Leopoldi Privilegium der Universität Halle ertheilet.




Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der für Kaiser Leopold schon militärische Unterstützung in Ungarn, Italien, Brabant und am Rhein geleistet hatte, erbat ein kaiserliches Privilegium für die neu zu gründende Universität in Halle.

Kaiser Leopold, selbst ein Freund der Gelehrsamkeit und der Wissenschaften, gewährte das Privilegium und verband es mit zahlreichen Freiheiten.